Schwarz auf weiß: Ausschreibung fatal für Arbeitnehmer

Jammerei? Panikmache? Vieles haben wir uns anhören müssen von CDU und FDP, als wir uns gegen die Ausschreibungspflicht beim Rettungsdienst engagierten. Doch nun haben wir schwarz auf weiß, dass unsere Befürchtungen berechtigt waren: Im Landkreis Nordsachsen kam es im Zuge der Ausschreibung zu einem Anbieterwechsel. Der neue Leistungserbringer legt den bisherigen Mitarbeitern unverschämte Arbeitsverträge vor. Kostprobe gefällig?

„Zwischen dem Arbeitgeber und dem Arbeitnehmer besteht Einvernehmen darüber, dass der Arbeitnehmer aufgrund eines bevorstehenden Betriebsübergangs das Recht hat, sämtliche Vertragsbedingungen seines seitherigen Arbeitgebers beim neuen Arbeitgeber uneingeschränkt fortzuführen. Es ist jedoch der ausdrückliche Wunsch des Arbeitnehmers, einen neuen Anstellungsvertrag mit dem Arbeitgeber zu den nachfolgend beschriebenen Bedingungen abzuschließen.“

Was dann folgt, ist alles andere als arbeitnehmerfreundlich: Einsatz an anderen Orten, Beschäftigung in einem anderen Betrieb, Überlassung in einer Tochtergesellschaft, wieder sechs Monate Probezeit, Vertragsstrafen, kein Anspruch auf Höhergruppierung bei zusätzlichen Aufgaben, Zusatzrentenversicherung mit verpflichtendem Charakter … Wer soll denn sowas unterschreiben, mag sich mancher da fragen. Das Schlimme: Wer seinen Job behalten will, hat gar keine andere Chance.

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