Was droht?

Mit der Ausschreibungspflicht des Submissionsmodells wird der Rettungsdienst vollständig dem marktwirtschaftlichen Wettbewerb ausgesetzt. Die Folgen sind aus anderen privatisierten Bereichen bekannt: Wirtschaftlichkeit wird zum einzig und allein bestimmenden Kriterium. Qualitätsaspekte wie gute medizinische Versorgung, Schnelligkeit, Sicherheit und qualifiziertes Personal drohen in den Hintergrund zu geraten.

Bei der Vergabe der Rettungsdienstleistungen müssen sich die Leistungserbringer künftig gegenseitig unterbieten. Der billigste Anbieter erhält den Zuschlag. Die Einführung „vergabefremder“ Kriterien wie beispielsweise Tariftreue ist nicht möglich.

Die Kommunen haben als Träger der Leistung mit dem neuen Gesetz keinen Entscheidungsspielraum mehr. Das Submissionsmodell zwingt sie zur förmlichen Ausschreibung, die damit dem strengen EU-Vergaberecht unterliegt. Zwar ist vorgesehen, dass sie in bis zu einem Viertel der Einsatzbereiche den Rettungsdienst selbst erbringen können. Doch für die übrigen drei Viertel muss trotzdem eine Ausschreibung nach EU-Recht erfolgen.

Die Leistungserbringer müssen also sparen, wo sie können, um billiger als ihre Konkurrenten zu sein. Und wo lässt sich im Rettungsdienst sparen?

– beim Personal
– bei der Wartung und Unterhaltung der Rettungsfahrzeuge
– bei der Ausstattung mit und Pflege der Rettungsmittel.

All diese Einsparungen gehen zu Lasten der medizinischen Versorgung. Schon heute ist der verantwortungsvolle und schwere Beruf des Rettungsassistenten bzw. Rettungssanitäters nicht besonders gut bezahlt. Bei den privaten Leistungsanbietern lässt sich gut sehen, wohin es geht: Dort werden Rettungsassistenten mit Pauschallöhnen von 1.600 EUR brutto abgespeist, müssen aber anspruchsvolle Schichtdienste und viele Überstunden leisten. Und auch die traditionsreichen Hilfsorganisationen müssen unter dem Druck des Wettbewerbs immer öfter Arbeitsbedingungen schaffen, die sie eigentlich nicht gutheißen.

Die Rettung von Unfallopfern, die Hilfe bei medizinischen Notfällen und der Transport von kranken Menschen dürfen nicht dem freien Markt ausgesetzt werden! Hier zuerst und allein nach Kosten zu fragen, ist inhuman.

3 Antworten zu Was droht?

  1. Guten Morgen,wer das bis jetzt noch nicht gemerkt hat der schläft immer noch,oder kann mir irgendjemand erklären warum in Sachsen seit ACHT Jahren die Löhne eingefroren sind.Desto länger man dabei ist desto mehr sieht man mit welchen Versteckten Machenschaften gearbeitet wird.Keiner der Anbieter hat in den letzten Jahren von Lohnerhöhungen gesprochen im Gegenteil man musste sich anhören : “ Sie Verdienen zuviel , wir müßten mal ihren Lohn kürzen.“ Gesagt , genau vor vier Jahren!
    Vor einem Monat stand in der Freien Presse ein Artikel wo geschrieben stand das sogar die Ausländer einen Bogen um Sachsen machen weil es das Bundesland mit den niedrigsten Löhnen ist.Die Gewerkschaft hilft hier auch nicht,weil die kein Interesse haben. Da ist nur der Beitrag interessant und nicht wie die Leute im Rettungsdienst arbeiten müssen, und wenn du als Mitglied weniger Verdienst der Beitrag bleibt der gleiche.Wir können doch weiter machen mit dem Thema : Bereitschaftszeit ist Arbeitszeit.Wen Interresiert schon was der kleine Mann macht.Kein Schwein den im gleichen Atemzug als Karlsruhe gesagt hat,es sei alles Arbeitszeit haben andere schon an Gesetzen geschrieben die alles aushebeln können.Weis einer von den kleinen etwas davon?Nein!Arbeitgeber legt fest wir gehen Zwölf Stunden arbeiten und kriegen nur ACHT bezahlt.(Nachtschicht) Tagschicht ZEHN Stunden.Ganz moderne Sklavenhaltergesselschaft! Das Problem ist das der Arbeitgeber weis , die Arbeitnehmer dürfen im Rettungsdienst nicht streiken! Die Grundsicherung muß stehen.So was haben wir gekonnt nichts!Die Autos müßten 24 Stunden stehen bleiben,dann haben wir ein Druckmittel,aber dann passiert genau das waas ein ehrlicher Rettungsdienstmitarbeiter nicht will:Auf Kosten der Patienten.So und jetzt zur eigentlichen Antwort:Der Verlierer ist und bleibt der Rettungsdienstmitarbeiter,und solange noch welche vor der Tür stehen und für 100€ weniger arbeiten sind wir alten die blöden,und das habe ich schon oft gehört!

  2. Thomas Grimm sagt:

    Bist du Gewerkschaftsmitglied? „Gibts da überhaupt noch welche?“
    Es soll in den gebrauchten Bundesländern DRK-Kreiverbände geben, wo 80% der Mitarbeiter in der Gewerkschaft sind. Gewerkschaft sind nicht die da ohm, Gewerkschaft sind wir.

    Mit einer Gewerkschaft könnte man auch streiken, auch im Rettungsdienst. In den Kliniken gehts ja auch. Man muss eine Notfallversorgung organisieren, ggf. mit den Rettern vom Nachbarkreis.

  3. Thomas Grimm sagt:

    „Die Einführung “vergabefremder” Kriterien wie beispielsweise Tariftreue ist nicht möglich.“
    Ich denke, das stimmt so nicht. Das Problem sitzt woanders, man hat Angst, vergabefremde Kriterien auszuschreiben, weil ja jemand dagegen klagen könnte.
    Hier gibts vielleicht Abhilfe:
    http://www.rosenbaum-nagy.de/pdf/Fachbeitraege/Ausschreibungen-Rettungsdienst.pdf

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